
Jeden Sommer, in den Monaten Juli und August, findet in Siena das bedeutende Ereignis des Palio statt. Dieses wird live von den wichtigsten Fernsehsendern übertragen, zieht Tausende von Zuschauern an und vereint alle Einwohner – von den Kleinsten bis zu den Ältesten – durch ihre gemeinsame Leidenschaft. Der unvergleichliche Palio von Siena ist nicht nur ein Pferderennen, sondern ein essenzieller Bestandteil des Lebens der Sienesen, die ihrem Stadtteil mit Leib und Seele verbunden sind.

Aber was ist der Palio und was ist die Geschichte dieses Ereignisses?
Der Palio von Siena ist ein mittelalterlicher Reitwettbewerb, der zweimal jährlich, am 2. Juli (Palio di Provenzano) und am 16. August (Palio dell'Assunta), stattfindet. Seine Ursprünge reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück, vermutlich ins Jahr 1200, als die ersten Bürgerveranstaltungen zu Ehren der Stadt Siena organisiert wurden. Ursprünglich hatte der Palio eine politische Bedeutung und feierte den Triumph der Stadt. Nach dem Fall Sienas im Jahr 1559 verlor er jedoch seine allegorische Bedeutung.
Im 17. Jahrhundert wurden die Figuren der Jockeys eingeführt, ebenso die Pferderennen "a Pelo" (ohne Sattel) und die Zuordnung der Pferde zu den Contraden, den Stadtteilen. Es wurden zwei Palios pro Jahr organisiert, die Farben und Grenzen der 17 Contraden festgelegt und im Laufe des 20. Jahrhunderts ein mittelalterlicher Umzug mit Musikern, Fahnenschwingern und Teilnehmern in historischer Kleidung etabliert.

Bei jedem Rennen treten 10 von den insgesamt 17 Contraden gegeneinander an, darunter Chiocciola, Drago, Civetta, Pantera, Valdimontone, Onda, Aquila, Giraffa, Oca, Selva, Tartuca, Torre, Nicchio, Istrice, Leocorno, Lupa und Bruco.
Zwischen den Contrade bestehen erbitterte Rivalitäten und starke Allianzen. Man kann sich nicht einfach eine Contrada aussuchen; man muss dort geboren und getauft sein. Jede Contrada verfügt über einen eigenen Brunnen für die Taufen, eine Kirche und ein Museum. Während des Palio wird jedes Viertel mit Fahnen geschmückt, die ihre Symbole präsentieren. Bei der Taufe eines Kindes erhält es ein quadratisches Seidentuch, das als Fazzoletto bezeichnet wird. Dieses wird mit einem speziellen Knoten gebunden, der nur gelöst werden darf, wenn die Contrada ein Rennen gewinnt. Das Tuch wird während aller Palio-Feierlichkeiten ein Leben lang getragen.
Vor dem Rennen findet eine historische Prozession statt, bei der die Jockeys sich auf das Rennen vorbereiten und Allianzen schmieden. Die Startreihenfolge wird vom "mossiere" festgelegt.
10 Jockeys reiten ohne Sattel auf einer Bahn aus Tufo, einer dicken Erdschicht, und absolvieren drei Runden um die Piazza del Campo.
Eine der vielen Palio-spezifischen Regeln besagt, dass es völlig in Ordnung ist, wenn der Jockey vom Pferd geworfen oder gestoßen wird. Was zählt, ist, dass das Pferd die Ziellinie, die sogenannte Mossa, überquert. Gewonnen hat das Pferd – mit oder ohne Reiter – das als erstes die Zielinie überquert, nachdem es drei Runden durch die Piazza del Campo absolviert hat. Die siegreiche Contrada erhält den begehrten Cencio oder Drappellone.
Der Palio: Eine lebendige Tradition, die das ganze Jahr über gefeiert wird.
Der Palio ist eine lang andauernde Feier, die bereits vier Tage vor dem Rennen beginnt und sich in eine Woche voller Begeisterung und Tradition verwandelt. Während dieser Zeit finden Veranstaltungen wie die Auswahl der Pferde, Tierarztbesuche, Vorläufe, religiöse Festlichkeiten und gesellige Abendessen in den Bezirken statt. Für die Sienesen ist der Palio mehr als nur ein Wettkampf – er ist eine Liebesgeschichte, bei der die Contrade als eine zweite, große Familie empfunden werden.

Der Palio ist schwer zu erklären und zu verstehen, doch warum nicht versuchen, sich von dieser Leidenschaft mitreißen zu lassen, indem man am nächsten Rennen teilnimmt? Man kann Tickets für Tribünen oder Balkone erwerben oder kostenlos die Piazza betreten, wobei die Sicht hier jedoch nicht immer garantiert ist. Da es keine Bäder, schattigen Bereiche oder Sitzgelegenheiten gibt, empfiehlt es sich, sich frühzeitig zu organisieren und rechtzeitig zum Rennen zu kommen. Die einzigartige Atmosphäre dieses Tages wird den Rest für Sie übernehmen!

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© Alice Pilastri