
Vor ein paar Monaten hatte ich die Möglichkeit den kleinen Ort Cetona (SI) zu besuchen mit seiner mittelalterlichen Festung, der Casale Giulio, in der man übernachten kann und mit Sicherheit einen unvergleichlichen Aufenthalt erleben wird.
Man hört nicht oft von diesem kleinen Ort, auch wenn es ein wahres Schmuckstück in der Landschaft inmitten der Toskana ist, den man mindestens einmal im Leben besucht haben sollte.
Dieser kleine Ort, der weniger als 3000 Seelen zählt, befindet sich am äusseren Ende der Provinz von Siena, wenige Kilometer von der Grenze nach Umbrien und von der zum Lazio entfernt.
Von Florenz und den Florentinern ist dieser Ort weit entfernt und obwohl er sich noch in der Toskana befindet, ist von dem florentinischen Akzent nichts mehr zu hören: man spricht ein ganz anderes Italienisch.
Trotzdem bewahrt Cetona die typischen charakteristischen Merkmale einer mittelalterlichen, toskanischen Stadt, die „in Stein und Terracotta gezeichnet“ ist. Die Festung befindet sich hoch auf einem Hügel, von dem aus man sich gut gegen Feinde verteidigen konnte. Die Holz- und Steinhäuser stehen so nah beieinander, dass sie miteinander zu verschmelzen scheinen.
Es handelt sich um ein Schmuckstück, dass in die grünen Wälder eingemeißelt ist und gegenüber des Berges Monte Cetona (1148 m.) liegt. Der Ort wird von 12 natürlichen Pfaden gekreuzt auf denen man die verstecktesten Schätze der Natur entdecken kann.

Die unbeschreibliche Schönheit dieses Ortes kann nicht angezweifelt werden: nicht umsonst ist er erst kürzlich zu einem der „schönsten Orte Italiens“ von der ANAI ernannt worden. Cetona gehört auch zu der Vereinigung der „Städte des Öls“ und der „Städte des Weins“ und beherbergt die Veranstaltung „Sul filo dell`Olio“ (auf den Spuren des Öls), die an den ersten beiden November-Wochenenden stattfindet.
Es handelt sich hierbei um ein Fest, das Lebensmittel, Kunst und Musik des Ortes vorzeigt, wobei die unbestrittene Hauptrolle das frische, lokale Olivenöl spielt, welches man probieren kann und wobei es möglich ist, die verschiedenen Ölpressen der Umgebung zu besichtigen.
Eine der typischen Speisen der Gegend sind die „Pici con l`Aglione“, dicke, handgemachte Spaghetti mit Tomatensauce, sehr viel Knoblauch und Peperoncino (Chili). Viele Restaurants bieten dieses Rezept an zusammen mit anderen Spezialitäten des Ortes.

Der Name „Cetona“ erinnert an kein anderes italienisches Wort: einige glauben, dass der Name von einer alten, frühchristlichen Kapelle stammt, dem „Baptisterium Sancti Johannis de Scetona“, es kann aber auch sein, dass der Name von einem in der Nähe fliessenden Fluss kommt, der südlich des Ortes fliesst, dem „Chieteno“.
Die ersten geschichtlichen Quellen gehen in das VII- VI Jahrhundert vor Christus zurück, als sich die Etrusker ansiedelten, in der Gegend von Camposervoli: die Ausgrabungen des 21.Jahrhunderts haben Fundstücke aus der Bronzezeit ans Tageslicht befördert, die heute im „Museo Civico per la Preistoria del Monte Cetona“(Prehistorisches Museum des Monte Cetona) zu bewundern sind.
Während des Mittelalters gehörte der Ort erst zu der Republik von Orvieto, dann zu der von Siena und zu Guter-Letzt, seit dem Jahr 1556 wurde er dem Großherzog der Toskana zugesprochen.
Es sind die vielen antiken Gebäude und Monumente, die dieses Dorf so einzigartig machen. Man findet allerdings auch viele Schätze der Natur, in dem man sich auf einen der Wege macht, die den Berg entlangführen, die sogenannten „coste“, um zu verstehen und zu sehen, dass hier, in jedem Winkel des Ortes, einzigartige Schönheiten dieser Art zu sehen sind, die man bewundern und verehren kann. Im Inneren der Zitagelle z.B.befindet sich das Kloster von „San Francesco“, dass 1212 gebaut wurde, die Kirche von „San Michele Arcangelo“, die im Jahr 1155 anzusiedeln ist, das Kolleg der „Santissima Trinità“, die Kirche in gotischem Stil aus dem XII- XIII Jahrhundert mit einem Fresko des „Pinturicchio“ in seinem Inneren.
Dann gibt es die „Piazza Garibaldi“, ein grosser, ovaler Platz aus dem XVI Jahrhundert von Gian Luigi Vitelli, der die Besucher Cetonas sofort bei ihrer Ankunft begrüsst und der durch seine enorme Grösse überrascht, vorallem wenn man bedenkt, wie klein der Ort ist.
Die Position des Dorfes ist strategisch sehr günstig, perfekt um kleine Orte, wie die Schmuckstücke Chiusi, Sarteano, Pienza und Montalcino in wenigen Minuten zu erreichen. Städte wie Siena, Perugia, Assisi oder Arezzo sind in weniger als einer halben Stunde erreichbar. Es ist ein ruhiger Ort, angenehm um einen Aufenthalt während einer Fahrt durch den Chianti einzulegen; er ist sehr charakteristisch und einfach in seiner Art.

Jeder der den Blick von den Straßen des Dorfes aus hebt, sieht den gefeierten Festung, der den Ort an seinem höchsten Punkt in sehr imposanter Weise überragt. Es handelt sich hierbei um den ältesten Teil des Dorfes, dessen Ursprünge in das X Jahrundert führen und an den im Laufe der Jahunderte Erweiterungen angefügt worden sind.
Der "Wachhaus" wurde im XVI Jahrhundert angebaut von dem Markgraf Chiappino Vitelli, der in seine Erweiterung des Dorfes einen Verteidigungsturm aus dem mittelalterlichen einfach in das Schlosses einbezog und der daraufhin ein neuer Teil der Villa wurde, den er zu seiner luxuriösen Privatunterkunft machte.
Die zwei Bögen des Parkes, die die Unterkunft umgeben, sind dekoriert mit hunderten von Blumen und flankiert von Olivenbäumen und Jahrhundertealten Bäumen und von einem grossen, gemauerten Schwimmbad das aus dem Travertino- Stein einer älteren römischen Brücke entstanden und eingebettet in luxuriöse Vegetation ist.
Von einem der Zugänge der Villa aus kann man den Ort in wenigen Minuten erreichen und somit einen schönen Spaziergang über die kleinen Weg unternehmen und typische Spezialitäten des Ortes probieren.
Dieses kleine Schloss in der Landschaft um Siena herum verbreitet eine Aura von Ruhe und Freundlichkeit die niemand vermissen möchte: eine Nacht hier zu verbringen bedeutet, sich wie ein Prinz aus der Renaissance zu fühlen, Herr seiner Kräfte, umgeben von Luxus und Schönheit. Abgesehen davon ist es nicht möglich, die Festung zu besichtigen wenn man nicht dort übernachtet, denn es ist Privatbesitz von PosarelliVillas, die den Gästen einen wahrhaften Traumurlaub bescheren wird.